Intuitiv Sanskrit lernen auf Deutsch mit Anki
Ich habe in den letzten zwei Jahren ein umfangreiches Tool zum intuitiven Lernen von Sanskrit entwickelt und erprobt. Damit habe ich Sanskrit I an der Uni Hamburg überstanden. Dadurch kann ich jetzt die gelernten Texte im Maurer so wie sie im Buch stehen, lesen und direkt verstehen und deshalb natürlich auch übersetzen. Diese Seite ist jetzt eine erste, noch sehr krude Präsentation für Interessierte.
Der Kern besteht aus einer Software, die aus einer Tabelle mit einer wörtlichen Übersetzung von einem Text vollautomatisch, ein Lerndeck für die verbreitete Lernkartensoftware Anki erstellt. Dabei hat sich für mich mit der Zeit eine bestimmte Art der Übersetzung als sinnvoll erwiesen. Nachdem man die Karten mit Anki durchgearbeitet hat, kann man dann den ursprünglichen Text lesen und verstehen.
Hier ist eine Tabelle mit Beispielen, in welchem Format die Grundlage für die Decks angelegt werden sollte.
Im Reiter “Maurer” befindet sich am Anfang auch ein Grammatik-Abschnitt. Der Kern der Methode ist aber zunächst das Lernen ohne explizite Grammatikregeln. Die Satzübersetzungen beginnen hier bei Zeile 767.
Ursprünglich war das Format deutlich komplizierter, aber ich denke, so ist es ein guter Kompromiss zwischen Ausführlichkeit und Sparsamkeit. Alle Sandhi- und Zusammenschreibregeln werden automatisch angewandt und für die Lernkarten berücksichtigt. Beide Funktionen lassen sich auch in der Tabelle kapitelweise an- und ausschalten. Weitere Einstellungsmöglichkeiten sollen noch folgen, die sich dann in der Tabelle eintragen lassen.
Nicht wundern über die extrem wörtliche Übersetzung. Das ist genau so gedacht und hat mir sehr geholfen.
Das (kinderschuhige) Add-on für Anki findest du unter der Nummer: 209148923.
Damit lassen sich die Decks organisieren, suspendieren und bei Updates auf den neuesten Stand bringen. Das Add-on ist noch sehr ausbaufähig. Es soll intuitiver zu bedienen werden, es kann deutlich schneller arbeiten und ich will eine Funktion einbauen, die es erlaubt, die Texte (wahlweise mit oder ohne Übersetzung) als Word-Datei zu exportieren, damit man die Texte auch getrennt von Anki lesen und lernen kann.
Am besten du installierst das Add-on, wählst unter Tools in Anki dann “Deck synchronisieren und organisieren”,
nimmst dann das entsprechende Quelldeck oben,
wählst “D→S-Karten suspendieren ab Lektion” und nimmst dann K01,
dann werden alle Karten, die von Deutsch nach Sanskrit abfragen zunächst ausgesetzt (kannst du jederzeit wieder ändern)
und klickst dann “3. Unterdecks sortieren”.
Beim Knopfdruck hier unten wird die aktuelle Version in der Tabelle von “Der zerbrochene Krug” in ein Anki-Deck umgewandelt und zum Download angeboten.
Sanskrit Anki Generator
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Auf dieser Seite gibt es dann zukünftig neben anderen Inhalten ausführliche Informationen über das Sanskrit-Projekt. Also zum Beispiel darüber, wie man die Exceltabelle editiert, welches Format sinnvoll ist, wie man das Deck erstellt, wie man damit lernt, Tipps zum Umgang mit Anki und so weiter.
Die Lernkarten für den Maurer sind auf dem besten Weg zur Fertigstellung. Ausgelassen habe ich dabei die Bhagavadgītā-Passagen, weil ich den Text gerne insgesamt in diese Lernkarten verwenden will (Großprojekt!). Mein Gedanke dabei ist, dass wenn man die gesamte Gītā lesen und verstehen kann, kann das eigene Sanskritverständnis nicht soo schlecht sein.
Im Maurer-Deck wird es dann auch einen Abschnitt zum Lernen von Buchstaben- und Grammatikkarten geben. Der Code, der die Grammatik-Karten erstellt, behandelt sie gesondert.
Wer Deutsch gut kann und Sanskrit I an der Uni-Hamburg lernen will, dem würde ich dann empfehlen, vielleicht ein ganzes oder halbes Jahr vorher mit dem Lernen anzufangen. Das führt dann dazu, dass man alle Texte im Unterricht bereits lesen und unmittelbar verstehen kann. Mit dieser Basis macht dann das Lernen der Grammatik einen ganz anderen Sinn, weil man bereits eine Textgrundlage hat, die sich durch die Grammatik vielleicht besser erschließt, anstatt dass man erstmal vor allem Regeln lernt, ohne all zu viel von der Sprache zu verstehen.
Ein weiterer Effekt ist, dass man auf diese Weise bei den Klausuren die Texte einfach so runterübersetzen kann. So habe ich es gemacht. Bei den Grammatikaufgaben habe ich Mut zur Lücke bewiesen und nur ein paar Formen ausgefüllt, weil ich sie nicht gesondert gelernt hab, aber die Übersetzungen hatte ich immer nach der Hälfte der Zeit fertig.
Falls ich andere Menschen für diese Projekt begeistern kann, könnte sich hier eine kleine Community bilden, die dann gemeinsam Lerndecks erstellt und austauscht. Beim Erstellen der Tabellen hab ich mir von AI helfen lassen. Das kann schon viel Arbeit sparen. Ich zumindest bin so überzeugt von der Methode, dass sie mich sicherlich zukünftig weiter begleiten wird. Denn der wichtigste Grund für mich, auf diese Weise Sanskrit zu lernen ist:
Es macht einfach Spaß!
Hier sind Beispiele für Karten aus dem Deck:
Das ist die Vorderseite der Wort-Karte, also die Seite, die abgefragt wird.

So sieht die Karte dann insgesamt mit Antwort aus.

Wortglieder von Komposita werden dann einzeln abgefragt, wenn sie in der rechten Tabelle unter der Spalte “Kompositum” angegeben werden:

Verschmelzen Wörter durch Sandhi-Regeln miteinander, wird das oben auf der Karte im Kontext mit einem Pfeil markiert.

Das verschmolzene Wort wird dann auch noch mal einzeln abgefragt:

Und so sieht dann eine Satzkarten aus:

Hier ist dann auch noch die Übersetzung für den ganzen Satz zu sehen. Dabei kann man selbst entschieden, wie wörtlich oder literarisch man diesen anlegt. Werden auch die Karten aktiviert, die von Deutsch nach Sanskrit abfragen, steht diese Satzübersetzung dann auf der Vorderseite der Karte.
Hier sieht man auch, dass ein Farbschema angelegt ist. Einerseits gibt es verschiedenen Farben für die Genera und die Verben bekommen eine weitere Farbe. Diese Farben lassen sich in Anki leicht ändern.
All diese Karten werden automatisch erstellt, wenn die Tabelle wie oben im Beispiel ausgefüllt ist. Dabei werden auch die Sandhi-Regeln angewandt. Man trägt also die unsandhierten Wörter ein. So soll die Erstellung der Grundlage für die Decks möglichst einfach und intuitiv sein und die daraus erstellten Karten möglichst flexibel und umfassend.
Soweit zu dieser ersten, kurzen Präsentation. Wenn Fragen auftauchen oder du es besser findest, darüber persönlich zu reden, dann gerne!

